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18. Juni 2009

Prominent besetzter Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Technischen Informationsbibliothek (TIB)

Die weltweit größte Spezialbibliothek für Technik und Naturwissenschaften, die Technische Informationsbibliothek (TIB), beging am 15. Juni 2009 ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem prominent besetzten Festakt in ihrem Hauptgebäude am Welfengarten in Hannover.

Vor 130 geladenen Gästen, darunter wissenschaftliche und politische Wegbegleiter sowie Kooperationspartner, lobten die Grußredner Minister Lutz Stratmann (Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur), Helga Reinhardt (Regierungsdirektorin im Bundesministerium für Bildung und Forschung), Prof. Ernst Th. Rietschel (Präsident der Leibniz-Gemeinschaft), Stephan Weil (Oberbürgermeister von Hannover) und Prof. Erich Barke (Präsident Leibniz Universität Hannover) die Rolle der TIB in der internationalen Informationsversorgung. Sie stelle im Zeitalter der Wissensgesellschaft einen Leuchtturm dar, der wegweisend für die weitere Entwicklung der Bereitstellung wissenschaftlicher Publikationen sei.

von links nach rechts: Prof. Erich Barke, Präsident Leibniz Universität Hannover - Uwe Rosemann, Direktor TIB - Helga Reinhardt, Regierungsdirektorin BMBF - Lutz Stratmann, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur - Stephan Weil, Oberbürgermeister von Hannover - Prof. Ernst Th. Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft

„Mehr Graphik in die Bibliothekswelt – mehr Bibliothekswelt in die Graphik“, so das Thema des Festvortrages von Prof. Dieter W. Fellner vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung. Wissenschaftliche Information sei heute nicht nur textbasiert, so Prof. Fellner, sondern zeigt sich oft in nicht-textueller Form als Bild, Film, Graphik oder z.B. als Messdaten. Sein Plädoyer: Bibliotheken sollten sich bei der Referenzierung, Erhaltung und Erschließung dieser Daten engagieren, die TIB gehe hier mit innovativen Projekten bereits den richtigen Weg.

Anschließend gab Bibliotheksdirektor Rosemann einen kurzen Überblick über 50 Jahre technischer Innovation bei der TIB und wies mit den Themen Multimedia und Forschungsdaten auf zukünftige Geschäftsfelder der Bibliothek hin.

Den Abschluss der offiziellen Veranstaltung, die souverän von Ulrich Korwitz, Direktor der Deutschen Zentralen Fachbibliothek für Medizin, moderiert wurde, bildete eine Präsentation des Fachportals für Technik und Naturwissenschaften „GetInfo“ durch die stellvertretende Direktorin der TIB, Frau Dr. Sens.

Begleitend zum Festakt wurde eine Ausstellung eröffnet, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der TIB dokumentiert. Unter dem Motto „Die TIB – Fünf Jahrzehnte Vorsprung, der Wissen schafft“ können sich Interessierte bis zum 7. August 2009 in der Kataloghalle des Hauptgebäudes am Welfengarten über die weltweit größte Spezialbibliothek für Technik und Naturwissenschaften informieren.

Begonnen wurde die Arbeit der TIB 1959 mit 7 Stellen, 100.000 DM Sachmitteln und rund 4.000 Zeitschriftentiteln. Von Anfang an war die TIB in ihrer Funktion als Deutsche Zentrale Fachbibliothek für Technik und Naturwissenschaften von ganz erheblicher Bedeutung für die Literatur- und Informationsversorgung in Deutschland. Heute – nach einem halben Jahrhundert – zeichnet sich die TIB durch einen einmaligen Literaturbestand von 7,8 Mio. Medieneinheiten, 16.000 Zeitschriftentiteln und 14,4 Mio. Patenten aus. Damit ist sie für ihre Fachgebiete Technik sowie Architektur, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik die größte Spezialbibliothek der Welt.

Komfortable Volltextversorgung und innovative Forschung
Der attraktive Literaturbestand der TIB steht auch Kunden in aller Welt zur Verfügung – sowohl analog als auch zunehmend digital. Mit GetInfo bietet die TIB eine intelligente Lösung und eine neue Dimension der Literaturrecherche von technisch-naturwissenschaftlichen Fachinformationen. Das Portal bündelt den Zugang zu führenden Fachdatenbanken, Verlagsangeboten und Bibliothekskatalogen und damit zu einem weltweit einzigartigen Bestand mit integrierter Volltextversorgung (www.getinfo.de).
Der TIB vertrauen mehrere Tausend Kunden, die täglich bis zu 1.500 Literaturbestellungen tätigen. Rund zwei Drittel der DAX-notierten Unternehmen decken Ihren Bedarf über die TIB. Damit ist die TIB ein unverzichtbarer Faktor für die Entwicklung der deutschen Industrie und ihrer technologischen Kompetenzfelder geworden.

Als Teil der nationalen Forschungsinfrastruktur leitet die TIB zahlreiche Projekte. Die dafür notwendige und sehr erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln ist ein Gradmesser für das Vertrauen der Finanzgeber in die Leistungsfähigkeit und Umsetzungsstärke der Bibliothek. Das hohe Innovationspotential wird durch die Einbindung in nationale und internationale Netzwerke von Bibliotheken und anderen Informationsdienstleistern sichergestellt.

Zwei große Themenkomplexe beschäftigen die TIB zurzeit. In Zukunft wird man in der Lage sein, als Ergebnis einer wissenschaftlichen Recherche nicht nur textuelles Wissen anzubieten, sondern auch nicht-textuelle Materialien und multimediale Objekte wie Filme, Töne, Bilder, Graphiken oder Präsentationen. Auch der Verantwortung, das verzeichnete Wissen zu erhalten und unabhängig von Ort, Zeit und Medium bereitzustellen, wird man sich im Rahmen des Themas Langzeitverfügbarkeit stellen.

Die TIB ist bis heute eng mit der Universitätsbibliothek (UB) verbunden. Die Studierenden, Lehrenden und Forschenden der technisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten der Leibniz Universität Hannover profitieren von den einzigartigen Beständen der TIB und den gemeinsamen digitalen Dienstleistungen beider Bibliotheken. Insgesamt sind rund 400 Mitarbeiter/innen in den Bibliotheken tätig.