Aktuelles

11. Juni 2009

50 Jahre Technische Informationsbibliothek (TIB)

Von der Bibliothek zum modernen globalen Dienstleistungsunternehmen

Die weltweit größte Spezialbibliothek für Technik und Naturwissenschaften, die Technische Informationsbibliothek (TIB), begeht ihr 50-jähriges Jubiläum am 15. Juni 2009 mit einem hochkarätig besetzten Festakt in ihrem Hauptgebäude am Welfengarten in Hannover.

130 geladene Gäste, darunter wissenschaftliche und politische Wegbegleiter sowie Kooperationspartner, werden den Grußworten von Herrn Minister Stratmann (Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur), Helga Reinhardt (Regierungsdirektorin im Bundesministerium für Bildung und Forschung), Prof. Rietschel (Präsident der Leibniz-Gemeinschaft), Stephan Weil (Oberbürgermeister von Hannover), Prof. Barke (Präsident Leibniz Universität Hannover) sowie dem Festredner Prof. Fellner (Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung) beiwohnen.

Begleitend zum Festakt wird eine Ausstellung eröffnet, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der TIB dokumentiert. Unter dem Motto „Die TIB – Fünf Jahrzehnte Vorsprung, der Wissen schafft“ können sich Interessierte vom 16. Juni bis zum 7. August 2009 in der Kataloghalle des Hauptgebäudes am Welfengarten über die weltweit größte Spezialbibliothek für Technik und Naturwissenschaften informieren.

„Exzellente Leistungen in Wissenschaft und Wirtschaft sind nur dann möglich, wenn forschende Industrie sowie Lehrende und Studierende sich das notwendige Wissen in gedruckter und elektronischer Form schnell und gut aufbereitet erschließen können. Die TIB spielt als Träger und Gestalter dieser Infrastruktur seit 50 Jahren eine entscheidende Rolle. Dazu gratuliere ich herzlich und wünsche der TIB, dass sie auch im Zeitalter des Internets und der zunehmenden Digitalisierung von Daten Ihren Nutzern einen Kompass durch die große Vielfalt von Informationen bietet", so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann.

Begonnen wurde die Arbeit der TIB 1959 mit 7 Stellen, 100.000 DM Sachmittel und rund 4.000 Zeitschriftentitel. Von Anfang an war die TIB in ihrer Funktion als Deutsche Zentrale Fachbibliothek für Technik und Naturwissenschaften von ganz erheblicher Bedeutung für die Literatur- und Informationsversorgung in Deutschland. Heute – nach einem halben Jahrhundert – zeichnet sich die TIB durch einen einmaligen Literaturbestand von 7,8 Mio. Medieneinheiten, 16.000 Zeitschriftentiteln und 14,4 Mio. Patenten aus. Damit ist sie für ihre Fachgebiete Technik sowie Architektur, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik die größte Spezialbibliothek der Welt.

Komfortable Informationsversorgung und innovative Forschung
Der attraktive Literaturbestand der TIB steht Kunden in aller Welt zur Verfügung – sowohl analog als auch zunehmend digital. Mit dem Onlineangebot GetInfo bietet die TIB eine neue Dimension der Literaturrecherche von technisch-naturwissenschaftlichen Fachinformationen. Das Portal bündelt den Zugang zu führenden Fachdatenbanken, Verlagsangeboten und Bibliothekskatalogen und damit zu einem weltweit einzigartigen Bestand mit integrierter Volltextversorgung (www.getinfo.de).
Der TIB vertrauen mehrere Tausend Kunden, die täglich bis zu 1.500 Literaturbestellungen tätigen. Rund zwei Drittel der DAX-notierten Unternehmen decken Ihren Bedarf über die TIB. Damit ist die TIB ein unverzichtbarer Faktor für die Entwicklung der deutschen Industrie und ihrer technologischen Kompetenzfelder.

Als Teil der nationalen Forschungsinfrastruktur verwirklicht die TIB zahlreiche Projekte. Die dafür notwendige und sehr erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln ist ein Gradmesser für das Vertrauen der Finanzgeber in die Leistungsfähigkeit und Umsetzungsstärke der Bibliothek. Das hohe Innovationspotential wird durch die Einbindung in nationale und internationale Netzwerke von Bibliotheken und anderen Informationsdienstleistern sichergestellt.
Zwei große Themenkomplexe beschäftigen die TIB zurzeit. Zum einen geht es darum nicht-textuelle Materialien und multimediale Objekte wie Filme, Töne, Bilder, Graphiken oder Präsentationen in Zukunft genauso einfach für die Wissenschaft recherchierbar zu machen wie textuelles Wissen. Zum anderen stellt sich die TIB Rahmen des Themas Langzeitverfügbarkeit der Verantwortung, das verzeichnete Wissen zu erhalten und unabhängig von Ort, Zeit und Medium bereitzustellen.

Die TIB ist bis heute eng mit der Universitätsbibliothek (UB) verbunden. Die Studierenden, Lehrenden und Forschenden der technisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten der Leibniz Universität Hannover profitieren von den einzigartigen Beständen der TIB und den gemeinsamen digitalen Dienstleistungen beider Bibliotheken. Insgesamt sind rund 400 Mitarbeiter/innen in den Bibliotheken tätig.

Einen interessanten Einblick in die Bibliothek und ihre Dienstleistungen bieten Spezial-Führungen, die am 16., 17. und 18. Juni jeweils um 16.30 Uhr im Marstall-Gebäude (Welfengarten) beginnen.