Aktuelles
25. März 2009
Europäische Initiative erleichtert den Zugang zu Forschungsdaten
Die führenden europäischen Forschungs-Bibliotheken und Technischen Informationszentren haben sich mit dem Ziel zusammengeschlossen, den Zugang zu Forschungsdaten über das Internet zu verbessern.
Die Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB), die British Library, die Bibliothek der ETH Zürich, das französische Institute for Scientific and Technical Information (INIST), das Technical Information Center aus Dänemark und die TU Delft Bibliothek aus den Niederlanden haben zu diesem Zweck am 2. März 2009 eine Absichtserklärung im Rahmen der Sitzung des Internationalen Rates für Wissenschaftliche und Technische Informationen (ICSTI) in Paris unterzeichnet.
Das Ziel dieser Kooperation ist die Einrichtung einer Non Profit Agentur die es Organisationen ermöglicht, Forschungsdaten zu registrieren und ihnen sogenannte Persistent Identifiers (eindeutige Bezeichnungen für digitale Inhalte) zuzuweisen, so dass Forschungsdaten als unabhängige, zitierbare und eindeutige wissenschaftliche Objekte behandelt werden können.
"Dies ist ein wichtiger Schritt für Bibliotheken und andere Informationsanbieter um eine Strategie für einen neuen Verantwortungs- und Dienstleitungsbereich zu entwickeln“ so Uwe Rosemann, Direktor der TIB. Maria Heijne, Direktorin der Bibliothek der TU Delft ergänzt dazu: " Die Zitierfähigkeit von Forschungsdaten macht sich für Forscher bezahlt und wird sie daher hoffentlich davon überzeugen, dass sich die Langzeitarchivierung von Daten lohnt."
Die Agentur wird in einem ersten Schritt auf einem von der TIB entwickelten Konzept aufgebaut, um den Einsatz von Digital Object Identifiern (DOI) bei Forschungsdaten zu fördern. Ein Digital Object Identifier (DOI) wird eingesetzt, um elektronische Quellen zu zitieren und zu verlinken (sowohl Texte als auch Forschungsdaten oder andere Arten von Inhalten). Der DOI unterscheidet sich von anderen Quellennachweis-Systemen die gewöhnlich im Internet Gebrauch finden, wie der URL, da sie dauerhaft mit dem Objekt selbst verlinkt ist und nicht nur mit dem Ort, an dem sich das Objekt befindet. Seit 2005 hat die TIB rund 600.000 Forschungsdatensätze mit einer DOI Namen registriert, und somit einen einfachen Zugriff und die Verbesserung deren Zitierfähigkeit ermöglicht.
Die langfristige Vision der Partnerschaft ist es Forschern Methoden zur Verfügung zu stellen, die es ihnen ermöglichen, Daten sicher und eindeutig zu finden, zu identifizieren und zu zitieren. Weitere Länder und Organisationen sind aufgefordert, sich der Partnerschaft anzuschließen.
Das Bild wurde nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung in Paris aufgenommen und zeigt von links nach rechts:
- Herbert Gruttemeier, INIST, Frankreich
- Adam Farquhar, The British Library, Großbritannien
- Maria Heijne, TU Delft Library, Niederlande
- Jan Brase (für Uwe Rosemann), TIB, Deutschland
- Wolfram Neubauer, ETH Library Zürich, Schweiz
- Mogens Sandfaer, Technical Information Center, Dänemark